Papier und Karton übernehmen zunehmend Verschlussaufgaben, die einst Kunststoff erledigte; eine treibende Kraft hierfür ist die Verpackungsregulierung. Die EU-Richtlinie zum Verpackungs- und Verpackungsabfallrecht (PPWR), die seit dem 12. August 2026 gilt, stellt das prominenteste Beispiel dar. Für die Verarbeitungsanlage zeigt sich die praktische Auswirkung unmittelbar am Klebebandauftragsstation, wo das Klebeband, das einen kunststoffbasierten Verschluss ersetzt, exakt positioniert und effizient aufgetragen werden muss.
Welche Änderungen die Reduzierung von Kunststoff in der Verschlussgestaltung bewirkt
Die PPWR wird häufig als „Kunststoffverbot“ zusammengefasst – doch die Regelung ist umfassender und ausgewogener. Sie kombiniert Verpackungsminimierung, Recyclingfähigkeit-Kriterien, Anforderungen an den Anteil recycelter Inhaltsstoffe in Kunststoffverpackungen, Kennzeichnungsvorschriften sowie Herstellerverantwortung; zudem werden einzelne Anforderungen schrittweise über mehrere Jahre eingeführt. Unternehmen überprüfen daher ihr gesamtes Verpackungssortiment – nicht nur die kunststoffhaltigen Komponenten – und stellen sich vielfach die Frage, ob ein kunststoffbasierter Verschluss, Beutel oder Umhüllung durch eine Struktur aus Papier oder Karton ersetzt werden kann.
Doppelseitige Klebebandverschlüsse gehören zu den gängigsten Lösungen. Umschlagartige Beutel, Dokumententaschen, Kartonboxen und Kartons können mit einem langen Klebebandstreifen oder einem leicht abreißbaren Streifen verschlossen werden – ohne Kunststoff-Reißverschluss, Folienhülle oder separaten Verschlussmechanismus. Die Wahl des Klebebands bleibt beim Verpackungshersteller selbst, wobei dessen Recyclingverhalten gemeinsam mit dem Klebebandlieferanten sowie unter Berücksichtigung der jeweils geltenden Vorschriften zu bewerten ist. Was sich für die Verarbeitungsanlage durch den Wechsel zu Papier ändert, ist vor allem die Arbeit an der Klebebandauftragsstation: Denn die Bogen unterscheiden sich materiell, und damit verändern sich auch die Anforderungen an die Klebebandposition.
Warum papierbasierte Verschlüsse höhere Anforderungen an die Klebebandauftragsstation stellen
Papier und Karton ersetzen dünne, flexible Kunststofffolien durch dickere, steifere und weniger homogene Materialien. Bei Wellpappe können die Wellen zusammengedrückt werden, beschichtete Papiersorten verändern die Reibung am Zuführband, und schwereres Kartonmaterial widersteht den feinen Korrekturen, die eine leichte Folie problemlos akzeptiert. Eine Maschine, die auf ein Material abgestimmt ist, kann sich beim nächsten Material anders verhalten – daher gewinnt die Stabilität des Bogenzufuhrs an Bedeutung, sobald die Bandbreite der verwendeten Materialsorten zunimmt.
Auch die Positioniergenauigkeit wird strenger. Ein papierbasierter Verschluss stützt sich häufig allein auf einen einzigen Klebebandstreifen, um die Funktion eines kunststoffbasierten Verschlusses zu übernehmen; daher muss der Streifen exakt dort liegen, wo ihn das Design vorgibt. Bei einem Umschlag oder einer Dokumententasche lässt ein nahe am Rand verlaufender leicht abreißbarer Streifen kaum Spielraum – ein minimal versetzter Streifen kann dazu führen, dass die Lasche ungleichmäßig schließt oder schwer zu öffnen ist. Bei einem Karton muss das Klebeband in der Nähe einer Falzlinie die Falzkante gezielt meiden. Dies sind zunächst Platzierungsprobleme – noch bevor sie zu Haftproblemen werden.
Auch die Auftragsmuster verändern sich. Wenn Marken ihre Verpackungen neu gestalten, führen sie oft mehrere neue Formate gleichzeitig ein – mit unterschiedlichen Abmessungen, verschiedenen Verschlusspositionen und variierenden Klebebandbreiten. Das Ergebnis: mehr Produktvarianten und kürzere Losgrößen, wodurch die Umrüstzeit ins Zentrum des Produktionsplans rückt. Gleichzeitig gewinnt die Mengenkontrolle an Bedeutung, da bei kleinen Aufträgen kaum Raum für Fehlmengen oder Überschuss bleibt.
Wie unsere Maschinen auf den Wechsel zu Papier reagieren
Unsere automatischen Mehrkopfmaschinen für doppelseitiges Klebeband sind speziell für die Materialien und Produkte konzipiert, die papierbasierte Versiegelung erfordert. Unsere technischen Daten umfassen starre Kartonagen, Kartonpapiere sowie Wellpappe der Wellenarten E, B und C; unsere Anwendungen reichen von Kartonboxen und Kartons über Umschläge bis hin zu Dokumententaschen. Diese Vielfalt bewältigt die Maschine durch wenige, aufeinander abgestimmte Konstruktionsentscheidungen.
Erstens: das Zuführsystem. Ein Hochreibungsband transportiert die Bogen kontinuierlich und ordnungsgemäß nach vorne – so erhalten dickere Materialsorten den erforderlichen Grip, und die Bogen bleiben bis zum Erreichen der Klebebandauftragsköpfe ausgerichtet. Unter SPS-Steuerung laufen Zuführung, Klebebandauftrag und Sammlung als eine koordinierte Sequenz ab, sodass der zu Beginn eines Auftrags eingestellte Takt während des gesamten Laufs beibehalten wird. Bei Umschlägen und Dokumententaschen mit leicht abreißbarem Klebeband ermöglicht diese gleichmäßige Zuführung eine konsistente Positionierung des Streifens direkt am Rand.
Zweitens: die Umrüstung. Der Klebebandkopf dreht sich per Knopfdruck, und ein Klebebandwechsel dauert etwa 30 Sekunden. Für Betriebe, die mehrere Produkte gleichzeitig vom Kunststoff- auf das Papierformat umstellen, macht diese Geschwindigkeit kurze Losgrößen vieler Formate praktikabel, da die Zeit zwischen den Aufträgen minimal bleibt. Bei unserer Dreieckigen Doppelseitiges-Klebeband-Auftragsmaschine für Geschenkboxen mit Kalligrafiebedarf lässt sich der Klebebandkopf zudem mittels Handrad entlang einer Stahlskala nach links oder rechts verschieben – so erhalten die Bediener bei neuen Verschlussdesigns mit abweichender Klebebandposition eine visuelle Orientierungsgrundlage.
Drittens: der Austrag. Ein geradliniger, fischschuppenartiger Sammelgurt liefert die fertigen Bogen in einer sauberen, überlappenden Reihenfolge – dadurch lässt sich die Klebebandposition bereits bei Eintreffen der Bogen überprüfen, und eine Abweichung kann korrigiert werden, bevor der Auftrag weit fortgeschritten ist. Eine optionale Zählfunktion unterstützt die Chargenmengenkontrolle bei Aufträgen mit fest vorgegebener Stückzahl. In einer Phase, in der neue papierbasierte Strukturen noch von Kunden validiert werden, reduzieren frühzeitige Sichtbarkeit der Klebebandposition und eine zuverlässige Chargenzählung das Risiko von Nacharbeit bei Erstaufträgen.
Papierbasierte Verschlüsse benötigen eine Klebebandauftragsstation, die mithält
Der Übergang von kunststoffbasierten zu papierbasierten Verschlüssen lässt sich auf drei praktische Anforderungen an der Klebebandauftragsstation reduzieren: Dickere, steifere Materialsorten erfordern ein stabiles Bogenzuführen; ein einzelner Klebebandstreifen muss bei jedem Auftrag exakt an derselben Position landen; kürzere Losgrößen zahlreicher Formate erfordern schnelle, wiederholbare Umrüstungen. Eine Maschine, die alle drei Anforderungen erfüllt, ermöglicht es einer Anlage, neue papierbasierte Strukturen einzuführen, ohne ihren Produktionsplan zu verlangsamen.
Unsere automatischen Mehrkopfmaschinen für doppelseitiges Klebeband wurden genau auf diese Anforderungen hin entwickelt. Ein Hochreibungsband-Zuführsystem transportiert Karton, Kartonpapier und Wellpappe reibungslos; die SPS-Steuerung synchronisiert Zuführung, Klebebandauftrag und Sammlung präzise; und der per Knopfdruck drehbare Klebebandkopf reduziert den Klebebandwechsel auf rund 30 Sekunden. Am Austrag sorgt der fischschuppenartige Sammelgurt – optional mit Zählfunktion – dafür, dass die fertigen Bogen in einer übersichtlichen Reihenfolge zur Inspektion und Verpackung bereitgestellt werden. Gemeinsam sind diese Merkmale optimal auf die Produkte unserer Kunden abgestimmt – von Kartons und Kartonboxen über Umschläge bis hin zu Dokumententaschen.
Als Hersteller bieten wir mehrere Serien und Arbeitsbreiten an, sodass die Maschine exakt auf Ihre Produkte abgestimmt werden kann. Falls Ihre Verpackung vom kunststoffbasierten zum papierbasierten Verschluss wechselt, senden Sie uns bitte Ihre Bogenabmessungen, die Kartonart, die Klebeband-Spezifikation sowie Ihr erwartetes Auftragsmuster – unser Team schlägt Ihnen dann eine passgenaue Konfiguration vor.



















